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Rottelsdorf

Rottelsdorf mit Ortsteil Bösenburg ist eine kleine Gemeinde im Mansfelder Land.    

Fläche: 801 ha                      Einwohner:  351  

Die Gemeinde zählt zur Verwaltungsgemeinschaft „Gerbstedt". Haupterwerbszweig der letzten Jahre war die Landwirtschaft.

Rottelsdorf entstand in der 2. Besiedlungsperiode im 8./9. Jahrhundert n. Christi Geb. Die Geschichte von Rottelsdorf geht bis in das 12. Jahrh. zurück, wo der Sage nach hier ein Nonnenkloster gestanden hat, was später nach Helfta verlegt wurde. Rottelsdorf lag im Hassegau.. Das Land wurde durch feindliche Einfälle immer wieder verwüstet und die Bevölkerung stark vermindert. So nahm die Krone den verwaisten Boden an sich, ging aber an einen großzügigen, weitschauenden Plan der Wiederbesiedlung. Das Land wurde an die berittenen, königlichen Dienstmannen des Grenzschutzes an der Saale, die „Hassegauer“ zur Anlegung von sogenannten Sattelhöfen (Siedelhöfe) ausgegeben. Die Bindung dieser Krieger an die Scholle in großer Zahl war das Rückgrat für weitere bäuerliche Ansiedlungen.

Der Name des Dorfes entstand wahrscheinlich so: Mittelpunkt der neuen Siedlungen waren die Sattelhöfe. Meist enthielten sie den Namen mit dem Grundwort –dorf. Bestimmungswort ist ein Personenname, offenbar der des ersten Sattelhofbesitzers. Hier könnte es Rodili oder Ruodo gewesen sein. 1273 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Rottelsdorf ist ein typisches Haufendorf, während Bösenburg zu den Strassendörfern zählt.

Bösenburg

Bösenburg ist Ortsteil von Rottelsdorf und liegt in einer engen Schlucht. Es ist umgeben von dem ehemaligen Burgplatz und ist vom hochgelegenen Kirchplatz aus gut zu übersehen. Dieser Ort gehört zu den landschaftlich am schönsten gelegenen Orten des Mansfelder Landes. Durch das gesamte Dorf zieht sich eine 100jährige einreihige Kastanienallee. Auf dem ehemaligen Lehmann-Gut steht  eine 700-Jahre alte Eiche und ein Taubenpfeiler der etwa um 1850 erbaut wurde.

Das Interesse erregte der Ort seit Jahrhunderten auf Grund seines Namens.

Der Name war:

  • 1164 - Bisingburg
  • 1265 - Besenburch
  • 1287 - Besenburgk

So wechselte der Name ständig, bis endlich der Name Bösenburg feststand. In ihm könnte der Name des Mannes Bisino enthalten sein. Aus dem Namen läßt sich ableiten, daß hier einmal eine Burg gestanden hat. Außer einigen Fundamenten ist nichts von ihr übrig geblieben. Ihre Steine wurden wahrscheinlich zum Kirchenbau verwendet. Diese Burg war älter, als das Dorf selbst. Bösenburg war einst Mittelpunkt des thüringischen Königreichs. Vermutete man doch bis in die jüngste Vergangenheit hier den Sitz des 1. Thüringerkönigs Bisino. Bei den großen Ausgrabungen, welche in den Jahren 1960 – 1964 hier stattfanden stellte man fest, daß auf dem Burgberg keine Wohn-, sondern eine Volks- bzw. Fluchtburg gestanden hat. Ihre Existenz reicht bis in das 5. Jahrhundert zurück. Somit ist die Bösenburg die älteste Burgstelle des nordthüringischen Landes. Von 1173 - 1184 befand sich dort der Hauptsitz des Landgerichtes. Man erkennt daraus, daß es sich um eine Stätte handelte, welche einmal von großer Bedeutung war.

Auch der Burgberg auf dem die Kirche steht hat seine Geschichte. Noch vor 200 Jahren war durch ihn der kleine Ort Bösenburg weit über die Grenzen des Mansfelder Landes hinaus bekannt. Hier blühte das Steinmetzengewerbe. Im Burgberg wurde der prachtvolle, weißgelbe, feinkörnige aber feste Sandstein gebrochen. Aus ihm schufen Männer die um 1620 – 1630 aus Ölmütz in Böhmen kamen und Meister ihres Faches waren, kleine Kunstwerke. Aber auch ansässige Männer waren gute Steinmetzen ihrer Zeit. Ihre hervorragenden Arbeiten machten sie weithin bekannt. Der Kunstsinn und das Können der Bösenburger Steinmetzen offenbart sich in Hunderten von Grabmalen auf den Friedhöfen des saalischen Mansfeld. Einige von ihnen findet man noch heute auf den Friedhöfen  von Bösenburg, Rottelsdorf und Burgsdorf. Viele Kirchen der Umgebung sind aus Bösenburger Sandstein gebaut.

Scherbenfunde lassen vermuten, daß das Dorf zunächst im Legergrund und am Hackelberg lag und erst im 12. Jahrhundert an seine heutige Stelle verlegt wurde. Im 3. Jahrh. v. Christi Geb. bis in die spätrömische Kaiserzeit (3./4. Jahrh. n. Christi Geb.) gab es hier eine Ansiedlung der Hermanduren, ein elbgermanischer Stamm. Die Leute dieses Stammes lebten im Legergrund.

Flurnamen deuten heute auf besondere geschichtliche Ereignisse hin. So gibt es die „Heilige Breite“, den  „Leger“ oder den „Kamp“. Auf der „Heiligen Breite“ soll einst der „heilige Bonifatius“  gepredigt haben. Im Leger, so sagt der Volksmund hat einmal ein großes Heer gelagert und der „Kamp“ war früher die einzige Stelle von wo aus die Burg erobert werden konnte.